Pling! Design hören.
26. Mai 2026Warum klingt ein Ferrari wie ein Ferrari – und warum tüfteln Klangingenieure bei BMW intensiv am Klang ihrer Autotüren? Weshalb erkennt man Marken wie Migros sofort am Ton ihrer akustischen Signete? Und was hat Ricola mit dem Postauto gemeinsam? Die aktuelle Ausstellung «Pling! Design hören» im Museum für Gestaltung Zürich zeigt eindrücklich, wie Klänge unsere Wahrnehmung prägen und wie Hören als Gestaltungsmethode neue Zugänge eröffnet, zum Beispiel auch in Architektur, Interior Design und Städteplanung.

Das Zusammenspiel der Sinne im Raum

Pling! – Design kann man auch hören. In der modernen Gestaltung exklusiver Lebensräume rückt das Gehörte immer stärker in den Fokus. Dabei beschränkt sich die Wahrnehmung keineswegs auf den reinen Gehörsinn: Wir hören auch mit den Augen und sehen mit den Ohren. Die visionäre Ausstellung im Toni-Areal in Zürich demonstriert anhand wegweisender Projekte aus Design, Architektur, Forschung und Kunst, wie diese Sinne synergetisch zusammenwirken. Das Verständnis von Klang eröffnet völlig neue Zugänge zu unserer gestalteten Umwelt und verändert auch die Art und Weise, wie wir Wohnräume wahrnehmen und konzipieren.

Unsere Umwelt ist seit jeher von akustischen Reizen geprägt. Schrille Sirenen und alltägliche Alarme aktivieren unseren Körper und kontrollieren unser Verhalten kontrollieren. Die Ausstellung behandelt in sieben Kapiteln die gesamte Bandbreite des Schalls – vom störenden Lärm über akustische Phänomene bis hin zum vollkommenen Wohlklang. Es wird hinterfragt, welche tiefe gesellschaftliche und emotionale Bedeutung in den oft als selbstverständlich wahrgenommenen Schallwellen steckt. Was empfinden wir als angenehm, was als Belastung? Da eine permanente Lärmbelastung nachweislich krank macht, ist moderner Lärmschutz in der heutigen Architektur weit mehr als eine rein technische Notwendigkeit: Er ist eine anspruchsvolle gestalterische Aufgabe.
«In einer Zeit, in der digitale Interfaces unseren Alltag bestimmen, Produkte zunehmend automatisiert kommunizieren und Städte immer dichter werden, spielt die akustische Qualität von Räumen und Objekten eine entscheidende Rolle. Design steht heute mehr denn je vor der Aufgabe, Klang bewusst zu gestalten – als Teil von User Experience, räumlicher Orientierung und gesellschaftlicher Teilhabe.» sagt Meret Ernst, Kuratorin Museum für Gestaltung Zürich.
Die unsichtbare Tonspur des Designs

Bevor Klang jedoch gezielt inszeniert werden kann, müssen wir verstehen, was wir überhaupt hören – und was wir überhören. Disziplinen wie Bioakustik, Sound Studies und künstlerische Forschung liefern hierzu wertvolle Erkenntnisse, die in die Architektur und den bewohnerorientierten Städtebau einfliessen. Akustik bildet das Fundament dafür, dass das Zusammenleben in verdichteten, urbanen Räumen funktioniert.

Gleichzeitig gestaltet modernes Design längst die «Tonspur» von Objekten, die ursprünglich gar nicht klingen: von der Identität einer Firma, dem Signal einer Verkehrsampel oder dem bereits erwähnte Klicken einer Autotüre bis hin zu den akustischen Aufmerksamkeitsreizen unserer Smartphones. Das moderne Engineering sorgt hierbei dafür, dass diese Reize in genau der richtigen Dosierung an unsere Ohren und in unseren Körper gelangen, während unerwünschter Schall elegant gedämpft, reguliert oder eliminiert wird.
Gibt es den perfekten Klangraum?

Ein absolutes Highlight für Ästheten bildet der sogenannte Listening Room am Ende der Ausstellung. Ausgestattet mit einem exquisiten High-End-Audiosystem lädt er dazu ein, sich auf höchstmögliche Klangqualität einzulassen und die intensive, fast schon spirituelle Wirkung einer konzentrierten Hörerfahrung am eigenen Leib zu erleben. Für audiophile ist das die Erfüllung des Traumes vom eigenen Konzertraum.

Die Ausstellung «Pling! Design hören» gibt an exklusiven Immobilien Interessierten interessante Impulse. Eine Immobilie der Spitzenklasse definiert sich heute über das ganzheitliche Wohlbefinden – wobei Raumakustik und das Fehlen von Lärmquellen zur wahren Exklusivität beitragen können. Nutzen Sie diese Gelegenheit, um Ihren Blick – und Ihr Gehör – für die nächste Stufe des anspruchsvollen Wohnens zu sensibilisieren. Ein Besuch im Toni-Areal verändert unter anderem auch das Verständnis dafür, wie Luxusimmobilien klingen sollten.
Ausstellungs-Steckbrief: Planen Sie Ihren Besuch
Die Ausstellung im Museum für Gestaltung Zürich (Toni-Areal), Pfingstweidstrasse 96, 8005 Zürich, dauert vom 22. Mai bis 20. September 2026.
Öffnungszeiten: Dienstag–Sonntag 10–17 Uhr, Donnerstag 10–20 Uhr (freier Eintritt donnerstags ab 17 Uhr)
Rahmenprogramm: Ausstellungsgespräche, Listening Sessions, Klang-Rundgänge und exklusive Workshops
Weitere Details: museum-gestaltung.ch/besuch