Immer wieder überraschen architektonische Gigaprojekte, vor allem aus der arabischen Welt, mit neuen Ideen. Kürzlich gab der futuristische oder gar surreale Plan Saudi-Arabiens für eine 500 Meter hohe und 170 Kilometer lange (!) lineare Stadt namens The Line zu reden, die laut einem Bericht des Online-Magazins dezeen in der Nähe des Roten Meeres gebaut werden soll. Die Megastruktur mit ihren verspiegelten Fassaden soll sich 170 Kilometer durch den Nordwesten Saudi-Arabiens erstrecken und 500 Meter hoch, aber nur 200 Meter breit sein.

The mirrored skyscraper

Der verspiegelte Wolkenkratzer “The Line” wird sich 170 Kilometer quer durch das Land erstrecken und in das Rote Meer münden. In der Stadt sollen einmal neun Millionen Menschen leben.

Und jetzt berichtet das Online-Magazin archdaily über eine riesige ringförmige Struktur, die den Burj Khalifa in Dubai umschliessen soll. Der Quelle zufolge hat das «in Dubai ansässige Architekturbüro ZNera Space eine neue Art von zeitgenössischem Symbol für die Stadt vorgeschlagen: ein grünes und natürliches Wahrzeichen, das als “kontinuierliche Metropole” rund um den Burj Khalifa dient. Das Projekt mit dem Namen “Downtown Circle” sieht vor, eine riesige ringförmige Struktur von 550 Metern Länge um das höchste freistehende Bauwerk der Welt zu errichten. Die Struktur soll “untersuchen, wie Architekten und Stadtplaner zu diesem kritischen Zeitpunkt in der Entwicklung des Landes von früheren Stadtmodellen mit isolierten Wolkenkratzern abrücken und sich einer humaneren Typologie zuwenden können, die versucht, die Natur nachzuahmen und vielfältige öffentliche Räume zu schaffen.», schreibt das Magazin über das Mega-Projekt.

The gigantic ring is to be 550 metres long; it will consist of two main rings, which are held together by a a continuous green belt – the “skypark” – which is illuminated with natural light and has offices and research centers embedded in it.

Der gigantische Ring soll 550 Meter lang sein; er wird aus zwei Hauptringen bestehen, die durch einen durchgehenden Grüngürtel – den “Skypark” – zusammengehalten werden, der mit natürlichem Licht beleuchtet wird und in den Büros und Forschungszentren eingebettet sind. Rendering: © Pictown, ZNera

Die Architekten verstehen “Downtown Circle” als Reaktion auf die ständig wachsende Weltbevölkerung und auf die Veränderungen in urbanen Zentren wie Dubai, deren Wachstum von Wolkenkratzern und Zersiedelung geprägt ist. Mit dem 550 Meter hohen Megagebäude wollen sie eine nachhaltige Alternative zu den isolierten und unverbundenen Wolkenkratzern schaffen, die in den letzten Jahren aus dem Boden geschossen sind.

Rendering: © Pictown, ZNera

Rendering: © Pictown, ZNera

archdaily fährt fort: «Das Konzept ist eine mögliche Antwort auf die weltweite Suche nach neuen, gemischten städtischen Typologien, die hohe Dichte und üppige Begrünung, dynamische städtische Funktionen und ein hochwertiges Nutzererlebnis miteinander verbinden und dabei sowohl den Anforderungen des Klimaschutzes als auch der Umweltfreundlichkeit gerecht werden. In dem durchgängigen Skypark werden verschiedene Klimazonen nachgebildet, in denen die Besucher Canyons, Sanddünen und Pflanzen aus verschiedenen Floren erleben können. Sümpfe, Wasserfälle, tropische Vegetation, digitale Höhlen, Kaskaden, Obstbäume und Blumen in verschiedenen Farben und Arten bereichern das grüne Ökosystem.»

Rendering: © Pictown, ZNera

Rendering: © Pictown, ZNera

«Um der natürlichen Umwelt etwas zurückzugeben, sieht der Plan Flächen für die Regenwassersammlung und Solarenergie vor. Der Entwurf speichert auch Kohlenstoff und filtert Schadstoffe aus der Luft, ausserdem bietet er Rückzugsgebiete für Wildpflanzen und die Lebensmittelproduktion. Der Skypark innerhalb des Gebäudes wird den Bewohnern eine Verbindung zur Natur bieten und Möglichkeiten für die Erholung im Freien und einen gesünderen Lebensstil ermöglichen. Unter Berücksichtigung der Küstenbebauung und ihrer Anfälligkeit für den Anstieg des Meeresspiegels sucht die vorgeschlagene Typologie nach Abhilfemasssnahmen und schlägt ein einzigartiges Stadtmodell als Antwort auf diese Bedrohung vor.»