Skurrile Bauten aus aller Welt.
22. Juli 2026Wohneigentum ist für viele weit mehr als eine Investition – es ist Ausdruck von Herkunft, Erinnerung und Persönlichkeit. Nirgends zeigt sich das eindrücklicher als im indischen Punjab, wo Auswanderer ihre Häuser mit riesigen Skulpturen aus Flugzeugen, Panzern oder Fussballspielern krönen. Der Fotograf Rajesh Vora hat diese aussergewöhnliche Tradition über Jahre dokumentiert. Ein Blick auf eine Region, in der Architektur zur Bühne für Lebensgeschichten wird – und ein Streifzug zu weiteren Bauten weltweit, die zeigen, wie individuell sich Wohnen ausdrücken lässt.
Punjab: Wenn der Wassertank zur Kunst wird
In den Dörfern der Doaba-Region im indischen Bundesstaat Punjab thronen auf zahlreichen Wohnhäusern überdimensionierte Skulpturen: Flugzeuge, Panzer und Fussballspieler zieren die Dächer und stehen für eine eigenwillige Mischung aus Kunst und Architektur. Als «Showpieces» bekannt, erfüllen die Aufbauten zugleich einen praktischen Zweck: sie dienen gleichzeitig als Wassertanks.
Fotograf Rajesh Vora ist für dieses Phänomen rund 6’000 Kilometer durch den Bundesstaat gereist, um Hunderte dieser Werke zu dokumentieren. Seine Bilder waren im Rahmen der Fotografie-Ausstellung «Everyday Baroque» an den Rencontres d’Arles in Frankreich zu sehen.
Eine Tradition der Rückkehrer
Besonders bemerkenswert ist der Ursprung dieser Bauten: Die regionale Tradition entstand Ende der 1970er-Jahre unter indischen Auswanderern, die in andere Teile der Welt gezogen waren, ihren Wohnsitz in der Heimat jedoch behielten.
Die skulpturalen Dachaufbauten sind damit ein sichtbares Zeichen einer Verbindung, die über Kontinente hinweg fortbesteht. Da die Eigentümerinnen und Eigentümer oft im Ausland leben, stehen viele der Häuser über weite Teile des Jahres leer – die architektonischen Ergänzungen erinnern in ihrer Abwesenheit an die besondere Geschichte und Verbundenheit der Bewohner mit der Region. Wohneigentum wird hier zum Statement: Auch aus der Ferne bleibt die Bindung an die Heimat sichtbar – in Beton, Farbe und skulpturaler Form.
Architektur als Ausdruck von Individualität – auch anderswo
Das Punjab ist kein Einzelfall. Weltweit gibt es Wohnhäuser, die bewusst mit Konventionen brechen und zu eigenständigen Kunstwerken werden. In Wien etwa hat Friedensreich Hundertwasser mit dem nach ihm benannten Wohnhaus ein Gebäude ohne gerade Linien und mit begrünten Dachterrassen geschaffen, das längst zu einem festen Bestandteil des Stadtbilds geworden ist.

In Mexiko-Stadt wiederum realisierte der Architekt Javier Senosiain mit seinem «Nautilus-Haus» ein muschelförmiges Wohngebäude, dessen fliessende, organische Formen gänzlich auf rechte Winkel verzichten.
Und im polnischen Sopot zieht das sogenannte «Krzywy Domek» («Krummes Haus»), 1997 von Szotyńscy & Zaleski entworfen, mit seiner verzerrten, wellenförmigen Fassade Jahr für Jahr zahlreiche Besucherinnen und Besucher an.
Was diese Bauten trotz ihrer sehr unterschiedlichen Handschriften eint: Sie behandeln das eigene Zuhause nicht als reine Funktionshülle, sondern als Bühne für Kreativität, Herkunft und persönliche Geschichte.
Was das für Liebhaberinnen und Liebhaber exklusiver Architektur bedeutet
Ob im Punjab, in Wien oder in Mexiko-Stadt: Die aussergewöhnlichsten Bauten entstehen dort, wo Eigentümerinnen und Eigentümer ihrer Liegenschaft eine unverwechselbare, persönliche Note verleihen. Auch beim Erwerb einer exklusiven Immobilie in der Schweiz lohnt sich der Blick auf architektonische Details, die einer Liegenschaft Charakter und Wiedererkennungswert verleihen – seien es aussergewöhnliche Materialien, eine unverwechselbare Formensprache oder eine bewusst gestaltete Verbindung zur Landschaft. Denn am Ende ist es oft gerade das Besondere, das aus einem Haus ein Zuhause macht.
Ein Buch über verrückte Bauten ist bei Colossal erschienen

Zum gleichen Thema ist übrigens kürzlich auch ein Buch erschienen: «Weird Buildings». Der reich illustriert Band präsentiert mehr als 100 ungewöhnliche und baulich einfallsreiche architektonische Meisterwerke aus aller Welt. Ob verspielt oder provokativ – alle Gebäude in diesem Buch sprengen die Grenzen des Konventionellen. Von den fliessenden Formen von Zaha Hadids Museum auf einem Berggipfel bis hin zu einer skurrilen, teekannenförmigen Tankstelle: Dies ist eine spielerische und inspirierende Reise durch die seltsamste – und wunderbarste – Architektur der Welt. «Weird Buildings» können Sie hier online zum Preis von CHF 24.00 bestellen