Preise für Wohneigentum bleiben hoch.

13. Juli 2026

Der Schweizer Markt für Wohneigentum zeigt sich im zweiten Quartal 2026 erneut robust: Einfamilienhäuser verharren auf hohem Preisniveau, Stockwerkeigentum legt weiter zu. Zwei unabhängige Preisindizes – von Raiffeisen und IAZI – bestätigen den Trend unabhängig voneinander. Besonders bemerkenswert für Käuferinnen und Käufer exklusiver Liegenschaften: In touristischen Gemeinden und beliebten Feriendestinationen wachsen die Preise überdurchschnittlich stark.

Stabiles hohes Preisniveau, leicht abgeschwächte Dynamik

 

Quelle: SRED, Raiffeisen Economic Research

Gemäss dem Transaktionspreisindex von Raiffeisen blieben die Preise für Einfamilienhäuser im zweiten Quartal 2026 gegenüber dem Vorquartal praktisch unverändert, während Stockwerkeigentum um 1,0 Prozent teurer wurde. Im Jahresvergleich resultiert daraus ein Plus von 3,4 Prozent bei Einfamilienhäusern und 4,2 Prozent bei Eigentumswohnungen. Raiffeisen-Chefökonom Fredy Hasenmaile ordnet die leicht tieferen Wachstumsraten als Momentaufnahme ein: Die Preisdynamik am Wohneigentumsmarkt bleibe insgesamt hoch, gestützt durch anhaltend tiefe Hypothekarzinsen und ein knappes Angebot.

Quelle: IAZI

Diese Einschätzung deckt sich mit den Zahlen von IAZI: Der «IAZI Private Real Estate Price Index», der auf tatsächlich abgeschlossenen Freihandtransaktionen basiert, verzeichnete im zweiten Quartal einen Anstieg der Zahlungsbereitschaft für Wohneigentum um 0,8 Prozent gegenüber dem Vorquartal – getragen vor allem von Eigentumswohnungen (+1,3 Prozent), während Einfamilienhäuser um 0,5 Prozent zulegten. Auf Jahressicht ergibt sich damit ein Preiswachstum von 3,5 Prozent für Wohneigentum insgesamt. Als Treiber gelten laut IAZI moderate Teuerung, tiefe Zinsen sowie eine nach wie vor hohe, wenn auch leicht rückläufige Zuwanderung.

Westschweiz und Südschweiz an der Spitze

Quelle: SRED, Raiffeisen Economic Research

Regional zeigt sich ein differenziertes Bild. Bei den Einfamilienhäusern verzeichnete die Westschweiz mit 6,3 Prozent das stärkste Preiswachstum innert Jahresfrist, deutlich vor der Nordwestschweiz (+3,4 %) und der Innerschweiz (+3,1 %). Beim Stockwerkeigentum liegt die Südschweiz mit einem Plus von 6,7 Prozent an der Spitze, während die Region Genfersee als einzige einen leichten Rückgang von 1,4 Prozent verzeichnete. Für Verkäuferinnen und Verkäufer in stark nachgefragten Regionen bleibt das Marktumfeld damit ausgesprochen günstig, während sich am Genfersee eine gewisse Konsolidierung abzeichnet.

Touristische Gemeinden als eigentlicher Preistreiber

Für das Segment der exklusiven Zweit- und Ferienimmobilien besonders relevant: Die Aufschlüsselung nach Gemeindetyp zeigt, dass die Preise in touristischen Gemeinden am stärksten steigen – bei Einfamilienhäusern um 6,0 Prozent, bei Stockwerkeigentum sogar um 6,9 Prozent innert eines Jahres. Zum Vergleich: In urbanen Zentren legten Einfamilienhäuser lediglich um 4,2 Prozent zu, Eigentumswohnungen gar nur um 0,1 Prozent. Die anhaltend hohe Nachfrage nach Ferien- und Rückzugsorten in den Bergen und an landschaftlich attraktiven Lagen bestätigt damit einen Trend, der sich bereits in den vergangenen Quartalen abgezeichnet hat – und der insbesondere Regionen wie das Engadin, Tessin oder das Wallis begünstigt.

Auch Renditeliegenschaften ziehen an

Quelle: IAZI

Neben dem eigengenutzten Wohneigentum entwickelt sich auch der Markt für Renditeliegenschaften dynamisch. Der «IAZI Investment Real Estate Price Index» weist für Mehrfamilienhäuser und gemischt genutzte Wohn- und Gewerbeliegenschaften ein Plus von 1,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal und von 4,3 Prozent im Jahresvergleich aus. Als Gründe nennt IAZI die anhaltende Nullzinspolitik der Schweizerischen Nationalbank – im Juni 2026 erneut bestätigt –, die Unsicherheit an den Kapitalmärkten sowie die hohe Wohnraumnachfrage bei knappem Angebot. Für Investorinnen und Investoren gewinnen laufende Mieterträge damit im aktuellen Tiefzinsumfeld weiter an Attraktivität.

Sehen Sie dazu auch den Marktkommentar von Prof. Dr. Donato Scognamiglio, VR-Präsident IAZI AG auf YouTube (schweizerdeutsch mit hochdeutschen Untertiteln).

Ausblick: verhalten optimistisch trotz globaler Unsicherheit

Für das zweite Halbjahr 2026 rechnet IAZI trotz erhöhter weltwirtschaftlicher Unsicherheit mit einem grundsätzlich stabilen Marktumfeld. Zwar hat das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) seine Konjunkturprognosen angesichts geopolitischer Spannungen leicht nach unten korrigiert, doch bleiben zentrale Stützpfeiler wie Arbeitsmarkt, Zuwanderung und das tiefe Zinsniveau vorerst intakt.

Was das für Käuferinnen und Käufer bedeutet

Wer eine exklusive Liegenschaft erwerben möchte, muss sich weiterhin auf ein anspruchsvolles Umfeld einstellen: hohe Preise, knappes Angebot und eine besonders ausgeprägte Nachfrage in gefragten Feriendestinationen. Gleichzeitig sprechen die tiefen Hypothekarzinsen weiterhin für den Kauf gegenüber der Miete. Wer in touristischen Regionen eine passende Liegenschaft findet, sollte angesichts der überdurchschnittlichen Preisdynamik nicht zu lange zögern.

Was das für Verkäuferinnen und Verkäufer bedeutet

Für Eigentümerinnen und Eigentümer, insbesondere in der Südschweiz, der Westschweiz und in touristischen Gemeinden, bleibt das Marktumfeld sehr vorteilhaft. Eine fundierte, aktuelle Bewertung der Liegenschaft lohnt sich, um von der anhaltend hohen Zahlungsbereitschaft der Käuferschaft zu profitieren – zumal sich die Preisdynamik je nach Region und Segment weiterhin deutlich unterscheidet.

Beim Kauf und Verkauf einer Liegenschaft empfiehlt sich in jedem Fall ein Beizug eines gut vernetzten, lokal verankerten Maklers. Dank einer eigenen Geschäftsstelle im Engadin kann Wüst und Wüst in diesem hart umkämpften Markt immer wieder mit ganz besonderen Trouvaillen aufwarten oder auch passende Käuferinnen und Käufer finden.

Quellen: Raiffeisen Schweiz, Transaktionspreisindex 2. Quartal 2026 (Medienmitteilung, 7. Juli 2026); IAZI AG – CIFI SA, Preisindizes für Immobilien 2. Quartal 2026 (9. Juli 2026), inkl. Marktkommentar von Prof. Dr. Donato Scognamiglio, VR-Präsident IAZI AG.