Nicht-Bauen als kreative Architekturform.
Das Online-Magazin archdaily befasst sich regelmässig auch mit grundsätzlichen Fragen der Architektur. In diesem Zusammenhang ist kürzlich der Artikel «Die Architektur der Zurückhaltung: Wenn die Entscheidung, nicht zu bauen, zum Design wird» erschienen, der eine wachsende Strömung in der Architektur beschreibt, bei der bewusst auf Neubauten verzichtet wird. Stattdessen wird Bestehendes gepflegt, umgenutzt oder sogar einfach leer stehen gelassen — ein Ansatz, der als «Architektur der Zurückhaltung» bezeichnet wird. Diese Herangehensweise ist nicht passiv, sondern sehr bewusst: Es braucht viel Entscheidungsvermögen, Urteilsfähigkeit und Fantasie, um nur dort zu intervenieren, wo es wirklich nötig ist, und mit möglichst wenig Mitteln zu gestalten.
Ein zentrales Beispiel sei David Chipperfields Restaurierung des Neuen Museums in Berlin, schreibt archdaily. Er habe die Ruine behalten, die durch den Zweiten Weltkrieg stark beschädigt war, und nur das absolut Notwendige hinzugefügt.