Zwischen Höhenflug und versteckten Risiken.
Der Schweizer Immobilienmarkt präsentiert sich im Frühjahr 2026 so dynamisch wie selten zuvor – Preisrekorde, ein historisch tiefes Zinsniveau und ein anhaltender Nachfrageüberhang zeichnen ein verlockendes Bild. Doch hinter der glänzenden Fassade wachsen politische Risiken, und die Zeit mühelos erzielter Gewinne neigt sich dem Ende. Was das für Eigentümer exklusiver Liegenschaften bedeutet – und warum gerade jetzt strategisches Handeln gefragt ist.
Preise auf Rekordkurs – ein Boom, der sich selbst übertrifft
Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache: Im ersten Quartal 2026 sind die Preise für Einfamilienhäuser in der Schweiz gegenüber dem Vorquartal um durchschnittlich 1,4 Prozent gestiegen, Eigentumswohnungen sogar um 1,8 Prozent. Auf Jahresbasis ergibt sich für Wohneigentum insgesamt ein Plus von rund 5,2 Prozent – der stärkste Anstieg seit über drei Jahren. Für das Gesamtjahr 2026 prognostizieren Wüest Partner rund 3,1 Prozent Wertzuwachs bei Einfamilienhäusern und 2,8 Prozent bei Eigentumswohnungen; die UBS rechnet ebenfalls mit einer Wertsteigerung von etwa 3 Prozent.
Besonders ausgeprägt ist die Nachfrage in etablierten Lagen. Im Kanton Zürich erwartet die Zürcher Kantonalbank Preissteigerungen von rund 4,5 Prozent. Genf bleibt dank internationaler Nachfrage ein eigenständiger Markt mit eigener Dynamik. Das knappe Angebot – in Zürich kaum Neubau, in Genf strukturelle Knappheit – treibt die Preise im Premium-Segment überproportional. Wer über eine hochwertige, selbstgenutzte Liegenschaft verfügt, sitzt an einem der begehrtesten Plätze des europäischen Immobilienmarkts – und wer eine solche erwerben möchte, sollte nicht mehr allzu lange zuwarten.
Das Zinsumfeld: Historische Gunst, die nicht ewig währt
Einen wesentlichen Anteil an dieser Entwicklung trägt das ausserordentlich tiefe Zinsniveau. Die Schweizerische Nationalbank hat ihren Leitzins bis Juni 2025 schrittweise auf null Prozent gesenkt und dürfte diesen über das gesamte Jahr 2026 beibehalten. Die Inflationsrate liegt bei lediglich rund 0,3 Prozent – weit innerhalb des SNB-Zielbandes –, und das Wirtschaftswachstum bleibt mit prognostizierten 0,9 bis 1,3 Prozent moderat.