Das grösste Pop-up-Buch der Welt.

3. August 2026

Zum hundertjährigen Bestehen der Los Angeles Public Library ist in der  eindrücklichen Rotunde der Richard J. Riordan-Bibliothek ein neuer Weltrekord eingezogen: das grösste Pop-up-Buch aller Zeiten. Das Projekt zeigt eindrücklich, wie Kunst, Handwerk und Architektur zusammenfinden können – und ist Anlass, einen Blick auf weitere skurrile Rekorde aus der Welt der Kunst und Architektur zu werfen.

Eine Hommage an das Lesen – in monumentalem Massstab

 

Quelle: thisiscolossal.com

Im Auftrag der Library Foundation of Los Angeles und in Zusammenarbeit mit der Los Angeles Public Library schuf der in Los Angeles ansässige Künstler Daniel González das Werk «Luceros y Penumbras» – eine grosse Hommage an Wissen, Entdeckung und Vorstellungskraft. Das Kunstwerk steht passend in der prunkvollen Rotunde der Bibliothek, umgeben von den 1933 fertiggestellten Wandgemälden Dean Cornwells, die die Geschichte Kaliforniens darstellen. Mit Unterstützung des Papieringenieurs Matthew Reinhart entstand so ein Bauwerk aus Papier, das seinesgleichen sucht. Weshalb es mindestens 6 Menschen braucht, um eine Seite dieses Werks umzublättern, zeigt dieser Film.

Grösser als je zuvor

Quelle: thisiscolossal.com

Die Dimensionen sprechen für sich: Aufgeklappt misst das Buch rund 31 mal 20 Fuss – umgerechnet etwa 9,4 mal 6,1 Meter – und übertrifft damit den bisherigen Guinness-Weltrekord, dessen Vorgänger etwa 29 mal 18 Fuss mass. Die Konstruktion erhebt sich auf über 11 Fuss, umgerechnet mehr als 3,3 Meter, und wiegt fast eine Tonne – gefertigt aus denselben Materialien wie gewöhnliche Bücher: Stoff, Papier und Klebstoff.

Quelle: thisiscolossal.com

Eine Doppelseite zeigt einen grossen Baum vor der Skyline von Los Angeles, umgeben von Motiven, die für die kulturelle und ökologische Vielfalt der Stadt stehen; eine zweite bildet die Fassade der Zentralbibliothek ab. Bis November 2026 ist das Werk gemeinsam mit weiteren Schätzen aus der Sammlung beweglicher Spielzeugbücher der Bibliothek zu sehen.

Wenn Kunst und Architektur Rekorde schreiben

«Luceros y Penumbras» steht in einer langen Tradition aussergewöhnlicher Superlative, in denen sich Kunst und Baukunst begegnen. So gilt «The Journey of Humanity» des britischen Künstlers Sacha Jafri mit einer Fläche von rund 1’596 Quadratmetern als grösstes Gemälde der Welt; das in 70 Einzelteile gegliederte Werk wurde 2021 in Dubai für 62 Millionen US-Dollar versteigert – der Erlös kam wohltätigen Zwecken zugute. Auch die Architektur selbst liefert erstaunliche Rekorde: Der «British Airways i360» im englischen Brighton hält mit einem Verhältnis von Höhe zu Durchmesser von 41 zu 1 den Titel des schlanksten Turms der Welt, während das Pavillon-Projekt «Vulcan» des Pekinger Studios Laboratory for Creative Design als grösstes 3D-gedrucktes Bauwerk in die Rekordbücher einging. Und in Tel Aviv errichteten Freiwillige zum Gedenken an einen früh verstorbenen Buben aus mehr als 500’000 Lego-Steinen die höchste Lego-Struktur der Welt – ein Beispiel dafür, wie Gemeinschaftssinn und Baukunst zusammenfinden können.

Was diese Rekorde verbindet

Ob Papier, Farbe, Kunststoff oder 3D-gedrucktes Material: Die aussergewöhnlichsten Rekorde der Kunst- und Architekturwelt entstehen dort, wo Handwerk, Vorstellungskraft und Mut zum Grössenwahn aufeinandertreffen. Für ein Publikum, das sich für Architektur und Design begeistert, sind solche Projekte eine Erinnerung daran, dass Bauwerke – ob monumental oder verspielt – immer auch Geschichten erzählen und Räume mit Bedeutung aufladen können. Eine Qualität, die sich, im kleineren Massstab, auch bei der Gestaltung des eigenen Zuhauses wiederfindet.